Apples neuer M6-iMac: Mehr Rechenpower, aber der Einstieg wird spürbar teurer

Apple hat seine All-in-One-Flotte aktualisiert und schickt den neuen iMac mit dem hauseigenen M6-Chip ins Rennen. Während die Performance dank modernster Fertigungstechnik und optimierten KI-Beschleunigern gewohnt beeindruckend ausfällt, lässt der Blick auf das Preisschild viele Interessenten schlucken: Der Einstiegspreis klettert in Deutschland auf 1.799 Euro.

Was leistet der neue Desktop-Klassiker, was bringt die Basisversion mit – und wo verlangt Apple von seinen Kunden kompromissbehaftete Zugeständnisse? Ein kritischer Überblick.

1. Die technischen Eckdaten: Was steckt im Basismodell für 1.799 Euro?

Wer das Einstiegsmodell wählt, erhält ein System, das zwar performant ist, bei der Ausstattung jedoch klar nach unten beschnitten wurde:

  • Prozessor: M6-Chip in leicht abgespeckter Variante mit 10 CPU-Kernen und 10 GPU-Kernen (die höhere Ausführung bietet 12 CPU- und 12 GPU-Kerne).
  • Arbeitsspeicher: 16 GB Unified Memory (immerhin Standard und ausreichend für alltägliche Workflows).
  • Festplattenspeicher: 256 GB SSD – eine Kapazität, die bei einem Verkaufspreis von knapp 1.800 Euro kaum noch zeitgemäß wirkt.
  • Anschlüsse: Lediglich zwei Thunderbolt-Anschlüsse. Die teureren Varianten bieten vier Port-Optionen.
  • Konnektivität: Netzwerkkabel-Anschluss (Gigabit-Ethernet) (gegen Aufpreis), Wi-Fi 7 und Bluetooth 6.
  • Display: Unverändertes 24,5-Zoll-Retina-Display mit schlankem Farbdessin.
  • Zubehör im Lieferumfang: Farblich abgestimmte Magic Mouse und Magic Keyboard (in der Grundausstattung ohne Touch ID), Netzteil mit integriertem Ethernet-Anschluss (gegen Aufpreis) und ein USB-C-Ladekabel.

2. Leistung und KI: Der M6 dreht auf

An der Performance-Schraube hat Apple gewohnt gedreht. Der M6-Chip profitiert von einer modernen Fertigung und liefert spürbare Zuwächse bei rechen- und grafikintensiven Aufgaben. Besonders bei der lokalen Verarbeitung von Künstlicher Intelligenz (unter anderem über eine optimierte Dual 16-Core Neural Engine) legt das System zu. Komplexe Foto- und Videobearbeitungen sowie alltägliche Multitasking-Aufgaben laufen absolut flüssig und leise.

3. Kritische Betrachtung: Wo die Basis-Konfiguration schmerzt

Obwohl der M6-Chip unbestreitbar eine technische Glanzleistung ist, wirft die Preis- und Ausstattungsphilosophie des Basismodells deutliche Fragen auf:

256 GB Speicher im Jahr 2026 – Ein Nadelöhr

Dass Apple ein Desktop-Gerät für 1.799 Euro weiterhin mit mageren 256 GB ROM ausliefert, ist der größte Kritikpunkt. Nach Abzug des Betriebssystems und einiger Standard-Apps bleibt nur wenig Platz für hochauflösende Fotos, Videos oder umfangreiche Datenbibliotheken. Nutzer werden nahezu gezwungen, direkt beim Kauf teure Aufpreise für größeren internen Speicher zu zahlen oder dauerhaft mit externen Festplatten und Cloud-Lösungen zu hantieren.

Magerkost bei den Anschlüssen

Mit nur zwei Thunderbolt-Ports stößt das Einstiegsmodell schnell an seine Grenzen. Wer Peripheriegeräte wie externe SSDs, Speicherkartenleser oder zusätzliche Monitore nutzen möchte, kommt um den Kauf von Docks oder Adaptern nicht herum. Erst die teureren Modellvarianten (ab 1.999 Euro) bieten vier Anschlüsse.

Display-Größe: Stagnation bei 24,5 Zoll

Das 24,5-Zoll-Display ist zwar gestochen scharf und farbecht, doch der Wunsch vieler Anwender nach einem größeren All-in-One-Bildschirm (beispielsweise 27 oder 32 Zoll als Nachfolger des früheren iMac Pro) bleibt weiterhin unerfüllt. Für intensives Arbeiten mit mehreren Fenstern nebeneinander wirkt die Displaydiagonale zunehmend kompakt.

Der Preissprung

Der Einstiegspreis von 1.799 Euro markiert eine deutliche Schwelle. Ein kompletter Arbeitsplatzrechner in der Basiskonfiguration nähert sich damit preislich Regionen an, in denen Käufer früher bereits gut ausgestattete Pro-Geräte erhielten.

Fazit

Der neue iMac mit M6-Chip ist eine beeindruckende, leise und elegante Arbeitsmaschine mit enormen Leistungsreserven. Wer jedoch zum Einstiegsmodell für 1.799 Euro greift, zahlt einen stolzen Preis und muss gleichzeitig mit spürbaren Einschränkungen leben: 256 GB Speicher sind schnell voll, und zwei Thunderbolt-Anschlüsse verlangen Flexibilität bei Kabeln und Adaptern.

Für Gelegenheitsnutzer wird das System damit recht teuer, während Power-User durch die Speicher- und Port-Upgrades schnell jenseits der 2.000-Euro-Marke landen.

© Text df24.org / Bild apple.com 2026